Intershop (Handel) Beschreibung Intershop (Handel)  
 
   
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Intershop (Handel)

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Intershop (Handel) Artikel

Intershop (Handel) Beschreibung
Intershop (Handel) Beschreibung
Kaffeedose first class Feinster Hochlandkaffee intershop Sonderfüllung VEB Kaffee- und Nährmitelwerke Halle/Saale.
Intershop war eine Einzelhandelskette in der DDR deren Waren ca. mit konvertierbaren Währungen bzw. später Forumschecks und nicht mit Mark der DDR bezahlt werden konnten. Ein nicht gewollter Nebeneffekt war, dass der normale DDR-Bürger dadurch einen begrenzten Einblickins Warenangebot des Westens bekam und mit dem Konsumgüterangebot der DDR vergleichen konnte.
Buch-Tipp: Aufgewachsen in der DDR - WIR vom Jahrgang 1958 - Kindheit und Jugend Tolles Geschenk! Habe das Buch kürzlich zu meinem Geburtstag geschenkt bekommen und es am anderen Tag komplett gelesen. Jedes Foto weckt Erinnerungen an eigene Erlebnisse und Dinge, die ich schon längst vergessen hatte. Sehr zu empfehlen für alle, die 1958 geboren wurden.

Geschichte

Am 14.12 1962 wurde in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) die staatliche Handelsorganistation Intershop gegründet. Es sollten frei konvertierbare Währungen (Devisen, Valuta) erwirtschaftet werden. An Valuta herrschte in der DDR solch ein Mangel, dass sogar kleinste Mengen willkommen waren. Absichtgruppe sind Transitreisende und Besucher aus dem westlichen Ausland. Die ersten noch mobilen Verkaufsstände wurden in Berlin in dem Bahnhof Friedrichstraße eingesetzt. Hier wurden hauptsächlich Zigaretten zu einem wesentlich günstigerem Preis als in Westberlin verkauft. Nach und nach kamen dann auch Alkohol und andere Waren hinzu. Schon 1962 wurden so 1 Million DM Umsatz gemacht.

Anfangs wurde der Intershophandel von der Mitropa organisiert. Mit der Einrichtung der ersten Interhotels wurden dann auch dort ein so genannter Zimmerservice eingeführt. Diese wurden meist in einem Hotelzimmer untergebracht und sollten auch dort zu dem Ausgeben von Valutawährungen animieren. Nach und nach wuchsen diese Geschäfte stets mehr.

Später wurden dann auch Geschäfte an Grenzübergangsstellen, auf Rastplätzen an den Transitstrecken zwischen der Bundesrepublik Deutschland (Inter-Tank) und West-Berlin und auf Bahnhöfen, Flug- und Fährhäfen eingerichtet. Bezahlt werden konnte mit jeder frei konvertierbaren Währung, vor allem mit Deutsche Mark (DM). Das Sortiment umfasste Nahrungsmittel, Alkohol, Tabakwaren, Kleidung, Spielwaren, Schmuck, Kosmetika, technische Geräte, Tonträger und vieles mehr. Diese Produkte gab es in der DDR für die offizielle Währung Mark der DDR gar nicht oder ca. in minderer Qualität zu kaufen, obwohl der größte Teil des Warenangebots in dem Rahmen der Gestattungsproduktion in der DDR für Westfirmen produziert wurde.

Bis 1974 war es DDR-Bürgern verboten, Valuta zu besitzen (siehe Westgeld). Durch Erlass der Ministerrates der DDR wurde dieses Verbot dann aufgehoben, und DDR-Bürger durften auch in den Intershops einkaufen. Sie konnten Valuta jedoch nicht legal für Mark der DDR eintauschen. Legal waren ca. Valutageschenke von Verwandten aus dem westlichen Ausland oder Arbeitsentgelt für Tätigkeiten in dem westlichen Ausland, das anteilig in Valuta ausgezahlt wurde. 1974 gab es mittlerweile 271 Intershops. 1977 nahm Erich Honecker öffentlich in dem DDR-Fernsehen während einer Rede zu den Intershops Stellung. Aber die Bevölkerung sah ständig die unterschiedlichen Warenangebote.

Ab April 1979 mussten Valuta bei der Staatsbank der DDR in so genannte Forumschecks umgetauscht werden. Eine Forumscheck-Mark entsprach einer DM. Für die Versorgung der Intershop-Läden war die forum Außenhandelsgesellschaft mbH mit 900 Mitarbeitern zuständig, zu dem Bereich Kommerzielle Koordinierung gehörend.

In den 1980er Jahren gab es mittlerweile 380 Filialen und der Umsatz ging in die Milliarden. Seit 1962 wurden in der DDR die zuletzt 300 Filialen von Exquisit (für hochwertige Bekleidung/ Schuhe/ Kosmetika) und seit 1976 Delikat (für hochwertige Nahrungsmittel/ Feinkost) 550 Geschäfte aufgebaut und sollten so auch Bürgern der DDR ohne Westgeld den Zugang zu hochwertigen Waren ermöglichen und überschüssige Kaufkraft abschöpfen. Dies war stets auch einer der Hauptkritikpunkte vieler Bürger der DDR, die allein mit ehrlicher Arbeit nie etwas in dem Intershop hätten kaufen können.

Das MfS überwachte die Intershops sehr stark, häufig arbeiteten Angehörige von MfS-Mitarbeitern oder Funktionären als Verkäuferinnen. Teilweise wurden auch Überwachungskameras eingesetzt und anfangs wurden sogar Pässe kontrolliert. Auch der Warentransport war gut gesichert. Trotzdem kam es aber zu zahlreichen Diebstählen und einigen teilweise bewaffneten Überfällen auf Intershop-Filialen. Bei der Aufklärung war neben der Volkspolizei stets auch das MfS beteiligt. Man stellte fest, dass auch Filialleiter und Angestellte häufig zur Tätergruppe gehörten. Daher wurde seit den 1980er Jahren ein Teil des Lohns in Westgeld an das Verkaufspersonal ausgezahlt und zusätzlich mussten Trinkgelder nach festen Regeln abgeführt werden.

Da man in dem Intershop nicht fotografieren durfte, existieren ca. sehr wenige Fotos aus dem Inneren der Läden. Die meisten stammen vom MfS. In dem August 1984 erhielt der westdeutsche Fotograph Günther Schneider eine Sondergenehmigung. Er erstellte eine Fotoserie über die Intershopläden. Davon erhoffte man sich eine Umsatzsteigerung.

Eine Besonderheit stellten die Intershops in dem Bahnhof Berlin-Friedrichstraße dar (siehe dort).

Liste der Intershops

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